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	<title>Ingrid Fischer-Schreiber &#187; Kunst</title>
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	<description>freelance translator. freelance project  manager, organisator. likes to build bridges. interested in China, Chinese (digital) culture, social media, translation &#38; more.</description>
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		<title>ARTNEXION verbindet ARTLINKART und basis-wien</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Oct 2011 15:34:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>yingeli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bei einer Diskussionsveranstaltung im Rockbund Museum in Shanghai hat Zheng Weimin von ARTLINKART eine gemeinsame Initiative der chinesischen Künstlerdatenbank ARTLINKART und der österreichischen Künstlerdatenbank basis-wien vorgestellt: ARTNEXION. ARTNEXION liegt die Idee zu Grunde, eine internationale Plattform zu schaffen die es  Datenbanken mit unterschiedlichen thematischen und geografischen Schwerpunkten  ohne großen Aufwand ermöglicht Synergien zu nutzen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!-- 		@page { margin: 2cm } 		P { margin-bottom: 0.21cm } --><span style="font-family: Georgia,serif;"><span style="font-size: x-small;"> </span></span>Bei einer Diskussionsveranstaltung im Rockbund Museum in Shanghai hat Zheng Weimin von ARTLINKART eine gemeinsame Initiative der chinesischen Künstlerdatenbank ARTLINKART und der österreichischen Künstlerdatenbank basis-wien vorgestellt: ARTNEXION.</p>
<p>ARTNEXION liegt die Idee zu Grunde, eine internationale Plattform zu schaffen die es  Datenbanken mit unterschiedlichen thematischen und geografischen Schwerpunkten  ohne großen Aufwand ermöglicht Synergien zu nutzen und Daten zu teilen.<span id="more-1837"></span></p>
<p>Eine von ARTLINKART entwickelte Software ermöglicht den Partnerdatenbanken nun in einem ersten Schritt die Verlinkung von übereinstimmenden Personendatensätzen mit dem Ziel den Benutzern der jeweiligen Datenbank auf einfache Art und Weise zusätzliche Informationen anzubieten. Konkret sieht das so aus: Ist eine Person in beiden Datenbanken vorhanden, wird ein Link direkt zur Personenseite in der Partnerdatenbank gesetzt, so dass mit einem Mausklick die dortigen Einträge abgerufen werden können.<br />
ARTNEXION versteht sich als offene Plattform für Datenbanken und ist bestrebt in Zukunft weitere Mitglieder zu gewinnen.</p>
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		<title>Open Media Lab Hangzhou</title>
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		<pubDate>Sun, 02 Oct 2011 06:06:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>yingeli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 27. und 28. September 2011 waren Horst Hörtner, der Leiter des Ars Electronica Futurelab, und ich eingeladen, das Open Media Lab zu besuchen, das Teil der  School of Intermedia Art (SIMA) an der China Academy of Arts in Hangzhou ist. Horst hat einen extrem gut besuchten Vortrag gehalten und das Ars Electronica Futurelab mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 27. und 28. September 2011 waren Horst Hörtner, der Leiter des Ars Electronica Futurelab, und ich eingeladen, das Open Media Lab zu besuchen, das Teil der  School of Intermedia Art (SIMA) an der China Academy of Arts in Hangzhou ist. Horst hat einen extrem gut besuchten Vortrag gehalten und das Ars Electronica Futurelab mit seinen verschiedenen Schwerpunkten präsentiert.</p>
<div id="attachment_1795" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://yingeli.net/wp-content/uploads/2011/10/P1080374-1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1795" title="P1080374-1" src="http://yingeli.net/wp-content/uploads/2011/10/P1080374-1-300x168.jpg" alt="Ma Na, Horst Hörtner und Yao Dajuin" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Ma Na (Dolmetscherin), Horst Hörtner und Yao Dajuin</p></div>
<p><span id="more-1794"></span>Die School of Intermedia Art ist aus den früheren Departments für New Media Art, Mixed Media Art und Curatorship hervorgegangen. Der neu bestellte Leiter der SIMA ist Gao Shiming, der davor die Abteilung Curatorship geleitet hat. Seine Bestellung zum Leiter ist auch ein Zeichen dafür, dass die SIMA einen stark kuratorischen und kulturtheoretischen Ansatz verfolgt. Teil der SIMA ist das &#8220;Open Media Lab&#8221;, das sich vor allem mit Social Media, virtuellen Welten (der Leiter, Shen Ligong, ist ein bekannter Second-Life-Künstler) und audiovisueller Integration beschäftigt und sich abseits der klassischen Präsentationsformen in Galerien oder Museen bewegt und sich in den Social-Media-Space verlagert. Eines der Events, das vom Open Media Lab gestaltet wurde, war  &#8221;声纳 SONART &#8211; Media Social&#8221;, das für die Integration von &#8220;Sonar&#8221; und &#8220;Art&#8221; steht, womit das Aussenden von Impulsen und das Empfangen der reflektierten Echos gemeint ist (April 2011, siehe den Artikel im LEAP Magazine: <a href="http://leapleapleap.com/2011/06/media-social-sonart-open-media-lab/">http://leapleapleap.com/2011/06/media-social-sonart-open-media-lab/</a>).</p>
<div id="attachment_1797" class="wp-caption aligncenter" style="width: 310px"><a href="http://yingeli.net/wp-content/uploads/2011/10/P1080394.jpg"><img class="size-medium wp-image-1797" title="P1080394" src="http://yingeli.net/wp-content/uploads/2011/10/P1080394-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /></a><p class="wp-caption-text">Brainstorming-Bereich des Open Media Lab</p></div>
<p>Teil der Strategie der SIMA ist auch eine Öffnung nach außen und eine Kooperation mit internationalen Institutionen. Bislang sind die Studenten an Kunstakademien aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse, aber auch aufgrund der Strukturen der Institutionen noch immer weitgehend von der <em>aktiven</em> Teilnahme am internationalen Geschehen abgeschnitten, sieht man von bilateralen Events und Workshops ausländischer Künstler in China ab.</p>
<p>In diesem Kontext ist auch der Besuch von Yao Dajuin bei Ars Electronica 2011 zu sehen, wo er (eigentlich gemeinsam mit Shen Ligong, der aber sein Österreich-Visum nicht rechtzeitig bekommen hat) das Open Media Lab im Rahmen der Programmlinie &#8220;Scenes &amp; Structures&#8221; präsentiert hat (siehe <a href="http://www.aec.at/origin/en/2011/05/17/scenes-structures/">http://www.aec.at/origin/en/2011/05/17/scenes-structures/</a>). Gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter der Ars Electronica, Gerfried Stocker, wurden erste Schritte einer Zusammenarbeit skizziert: Es wird überlegt, ein Workshop des Futurelab in Hangzhou abzuhalten; ich werde Workshops in Hangzhou machen, um den Studenten die Teilnahme am Prix Ars Electronica zu erklären und ihnen zu vermitteln, wie wichtig es ist, sich an internationalen Wettbewerben zu beteiligen und diese Teilnahme auch zu trainieren;  Yao Dajuin wird  Juror beim Prix Ars Electronica sein, und wir werden versuchen, eine kleine Gruppe chinesischer Studenten mit guten Englisch-Kenntnissen finden, die als Teil ihrer Ausbildung die zentralen Teile der Webseite von Ars Electronica ins Chinesische übersetzen.</p>
<p>Beim Besuch der SIMA und bei den Gesprächen mit Lehrenden standen Überlegungen hinsichtlich der  Form und des Inhalts eines möglichen Workshops im Frühjahr 2012 im Vordergrund.</p>
<p>Klar ist, dass teilnehmende Studenten durch eine strenges Auswahlverfahren selektiert werden müssen, um Qualität zu garantieren, denn das Niveau der Studierenden an der SIMA und auch im Open Media Lab ist äußerst unterschiedlich (und stimmt einen nicht unbedingt sehr optimistisch), was auch auf das chinesische Universitätssystem zurückzuführen ist: Nach wie vor müssen Studenten, die sich für Medienkunst interessieren, ein Jahr Ausbildung mit klassischen Techniken wie Ölmalerei verbringen, was als relative Zeitvergeudung angesehen wird. Außerdem hat sich in den letzten Jahren die Zusammensetzung der Studierenden an den Kunstakademien gewandelt: Waren sie früher Elite-Ausbildungsstätten, sind Kunststudien in jüngster Zeit teils auch zu einem &#8220;Modestudium&#8221; verkommen bzw. melden sich Studenten an, die bei anderen Universitäten die sehr strenge Aufnahmeprüfung nicht bestanden haben. Dazu kommt, dass der (nicht von allen Betroffenen wirklich begrüßte) interne Umstrukturierungsprozess noch immer seine Nachwirkungen hat und Akademie-interne Faktoren berücksichtigt werden müssen.</p>
<p>Eine Schwierigkeit stellen die ungenügenden Sprachkenntnisse der Studenten dar: Die wenigsten sprechen so gut Englisch, dass die Abhaltung eines Workshops ohne Dolmetschung möglich scheint. Daher ist eine sehr gute, langfristige Vorbereitung eines inhaltlich klar definierten Projektes unumgänglich. Verschiedene Formate wurden erwägt, verworfen, umgemodelt &#8230; ein &#8220;ideales&#8221; Format hat sich noch nicht herauskristallisiert, auch die inhaltliche Ausrichtung muss noch  definiert werden.</p>
<p>In den nächsten Wochen muss ein Nachdenken über diese Rahmenbedingungen folgen, erst dann wird eine Entscheidung über die konkreten Schritte der Zusammenarbeit möglich sein.</p>
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		<title>Augmented Senses &#8211; chinesisch-französische Medienkunstausstellung in Shanghai</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Jul 2011 08:50:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>yingeli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mein guter Freund Yan Xiaodong hat gemeinsam mit Charles Carcopino (Le Studio MAC Creteil) eine Medienkunstausstellung kuratiert, die bis 31. Juli in Shanghai in der OCT SUHE CREEK GALLERY zu sehen ist. Auf ARTLINKART gibts ein Statement plus eine Menge Fotos von der Ausstellung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein guter Freund Yan Xiaodong hat gemeinsam mit Charles Carcopino (Le Studio MAC Creteil) eine Medienkunstausstellung kuratiert, die bis 31. Juli in Shanghai in der OCT SUHE CREEK GALLERY zu sehen ist. Auf <a href="http://www.artlinkart.com/en/exhibition/overview/c35bvwni">ARTLINKART</a> gibts ein Statement plus eine Menge Fotos von der Ausstellung.</p>
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		<title>Ausstellung chinesische Medienkunst: &#8220;Be With Me&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jun 2011 10:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>yingeli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine von  Li Zhenhua kuratierte Ausstellung &#8220;Be With Me&#8221; (LISTE. The Young Art Fair, Haus für elektronische Künste Basel) zeigt arbeiten der Künstler Aaajiao, Chen Dongfan, Cheng Ran, Double Fly Group, Fang Wei, Zheng Yunhan. Die  Ausstellung ist im Ausstellungsraum des Hauses für elektronische Künste an der Liste 16 zu sehen sein. Ursprung von &#8220;Be With [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine von  Li Zhenhua kuratierte Ausstellung &#8220;Be With Me&#8221; (LISTE. The Young Art Fair, Haus für elektronische Künste Basel) zeigt arbeiten der Künstler Aaajiao, Chen Dongfan, Cheng Ran, Double Fly Group, Fang Wei, Zheng Yunhan. Die  Ausstellung ist im Ausstellungsraum des Hauses für elektronische Künste an der Liste 16 zu sehen sein.</p>
<p>Ursprung von &#8220;Be With Me&#8221; ist die Informationsexplosion, die durch soziale Medien wie WikiLeaks, Twitter, YouTube etc. ausgelöst wurde. Diese wirft Fragen und Unsicherheiten über die Natur wahrheitsgemässer Information und Wahrheit an sich auf.</p>
<p>Das Projekt thematisiert soziale Medien, beschränkt sich aber nicht auf den Online-Bereich. Es bezieht sich auch auf die wechselseitigen Beziehungen in der Kunst, auf den menschlichen Körper und auf die soziale Intervention. So beschäftigt es sich mit den Herausforderungen, denen wir begegnen, wenn sich das wirkliche Leben und der Online-Bereich parallel zueinander entwickeln.</p>
<p>13. Juni 2011 &#8211; 18:00 - 19. Juni 2011 &#8211; 19:00<br />
LISTE &#8211; The Young Art Fair (Burgweg 15, Basel)</p>
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		<title>Modenschau: &#8220;Watching / Watched&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Apr 2011 02:16:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>yingeli</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Rahmen der Shanghai Fashion Week fand am 8. April 2011 eine Modenschau des Labels &#8220;Content&#8221; (www.ra-content.com) statt, die eher ein transdisziplinäres Kunstevent als eine reine Modenschau war. Die Inspiration für das Thema &#8220;Watching / Watched&#8221; bezogen die Designer von Content  von der Arbeit zweier chinesischer Künstler, dem Sound-Künstler Yao Dajuin und dem konzeptuellen Architekten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Rahmen der Shanghai Fashion Week fand am 8. April 2011 eine Modenschau des Labels &#8220;Content&#8221; (<a href="www.ra-content.com">www.ra-content.com</a>) statt, die eher ein transdisziplinäres Kunstevent als eine reine Modenschau war.</p>
<p>Die Inspiration für das Thema &#8220;Watching / Watched&#8221; bezogen die Designer von Content  von der Arbeit zweier chinesischer Künstler, dem Sound-Künstler Yao Dajuin und dem konzeptuellen Architekten Li Juchuan, die sich mit Thema Surveillance in den chinesischen Großstädten auseinandersetzen. Videos von Lis Projekt &#8220;上海偷窥&#8221; sind auf <a href="http://www.tudou.com/programs/view/nOODv-P47RA/">Tudou</a> zu finden. Der spezielle Blick der beiden Künstler auf Shanghai hat Content dazu inspiriert, in ihrer Linie für Winter 2011 / 12 diesen Gedanken der Surveillance aus dem Blick von Modedesignern umzusetzen.</p>
<p><a href="http://yingeli.net/wp-content/uploads/2011/04/2011-04-08_14-43-40_296.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1557" title="2011-04-08_14-43-40_296" src="http://yingeli.net/wp-content/uploads/2011/04/2011-04-08_14-43-40_296-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /></a></p>
<p><a href="http://yingeli.net/wp-content/uploads/2011/04/2011-04-08_14-30-24_89_上海市.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1561" title="2011-04-08_14-30-24_89_上海市" src="http://yingeli.net/wp-content/uploads/2011/04/2011-04-08_14-30-24_89_上海市-300x168.jpg" alt="" width="300" height="168" /></a></p>
<p>Die Modenschau selbst war eher eine Installation als eine reine Modenschau: Auf den Catwalk wurde  Lis Video projiziert, wo er einerseits das Model mit roten Haaren durch die Stadt verfolgt und andrerseits auch normale Überwachungsszenen zeigt, auf dem großen Screen am Ende des Catwalks sah man abwechselnd Videos aus Lis Arbeit oder  Aufnahmen von Kameras, die die Models am Arm trugen und das Publikum &#8220;überwachten&#8221; und direkt auf den Screen übertragen wurden. Dazu Yaos Sound aus dem Stadtraum (er hat damit einige der anwesenden lokalen Polit-Größen gleich verschreckt).</p>
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		<title>Hangzhou Art Fair: Expertenforum</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Oct 2010 10:59:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>yingeli</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Konferenz]]></category>
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		<category><![CDATA[Kulturpolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 23. und 24. Oktober 2010 fand in Hangzhou als Eröffnungsevent der Hangzhou Art Fair ein Expertenforum zum Thema &#8220;Entwicklung des Kunstmartkes in China&#8221; statt. Ich wurde über Empfehlung von Wang Boqiao (DAC Beijing) eingeladen, die Geschichte der Ars Electronica unter dem Blickwinkel der Stadtentwicklung zu präsentieren. Unter den (ca. 250) Teilnehmern befanden sich neben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 23. und 24. Oktober 2010 fand in Hangzhou als Eröffnungsevent der Hangzhou Art Fair ein Expertenforum zum Thema &#8220;Entwicklung des Kunstmartkes in China&#8221; statt. Ich wurde über Empfehlung von Wang Boqiao (DAC Beijing) eingeladen, die Geschichte der Ars Electronica unter dem Blickwinkel der Stadtentwicklung zu präsentieren.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1295" title="2010-10-23_10-23-32_948_Hangzhou" src="http://yingeli.net/wp-content/uploads/2010/10/2010-10-23_10-23-32_948_Hangzhou-300x225.jpg" alt="2010-10-23_10-23-32_948_Hangzhou" width="300" height="225" /></p>
<p>Unter den (ca. 250) Teilnehmern befanden sich neben dem &#8220;Papst&#8221; der zeitgenössischen Kunst, Li Xianting, Vertreter des Kulturministerium, der Beijinger Cultural Development Foundation, der Hangzhouer Art Fair, Vertreter von Auktionshäusern, Galerien sowie Künstler aus der Gegend.<span id="more-1293"></span></p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1300" title="2010-10-23_10-23-45_403_Hangzhou" src="http://yingeli.net/wp-content/uploads/2010/10/2010-10-23_10-23-45_403_Hangzhou-300x225.jpg" alt="2010-10-23_10-23-45_403_Hangzhou" width="300" height="225" /></p>
<p>Ausgangspunkt der Diskussionen war die unbefriedigende Lage des Kunstmarktes in Hangzhou, wo immerhin die berühmteste Kunstakademie Chinas zu Hause ist und von wo die bekanntesten chinesischen Künstler, die in den 1990er Jahren Karriere gemacht hatten stammen.</p>
<p>Die Wortmeldungen waren z. T. sehr &#8220;unorthodox&#8221; (hier eine Auswahl aus dem Munde von Ministeriums- und Foundation-Vertretern):</p>
<p>Künstler müssen sensibel sein und &#8220;sensible&#8221; Werke schaffen (d. h. die die Zensur gar nicht überleben würden).</p>
<p>Künstler dürfen nicht brav sein.</p>
<p>Eine &#8220;harmonische&#8221; Gesellschaft schadet dem Kunstschaffen.</p>
<p>Künstler müssen verrückt sein, unvernünftig, und die Regierung muss das unterstützen.</p>
<p>Kunst ist &#8220;anders&#8221;.</p>
<p>Kritisiert wurde der bestimmende Einfluss der westlichen Galerien in China, die zwar neue Perspektiven (auch was Kunst-Management usw. betrifft) eröffnet haben, aber auch die definitorische Macht über den chinesischen Kunstmarkt innehaben. Dass China die Standards des Westens übernommen hat, ohne seine eigenen zu entwickeln, und diese westlichen Kriterien den Mainstream bilden, wird als massives Problem und Versäumnis der chinesischen Institutionen gesehen.</p>
<p>Das Beispiel von Linz, wo sich mit Ars Electronica das Image der Stadt komplett gewandelt hat, wurde als Vorbild für Hangzhou gesehen, wo allerdings die  konkurrierenden Vorstellungen der Akteure ein Hindernis für eine zielgerichtete Aktion bilden.</p>
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		<title>Beijing: Coding and Decoding – International Digital Art Exhibition</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Oct 2010 13:56:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>yingeli</dc:creator>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Vom 19. Oktober bis 20. November findet im Museum der Central Academy of Fine Arts in Beijing die Ausstellung “Coding and Decoding” statt, die vom Victoria &#38; Albert Museum in London übernommen wird, wo sie unter dem Titel “Decode: Digital Design Sensations” lief. Das Konzept der Ausstellung ist hier beschrieben. Mit bekannten Arbeiten von Golan [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: 'Times New Roman';"><span style="line-height: normal; font-size: x-small;"><span style="font-size: 14px; color: #555555; font-family: 'Lucida Grande', sans-serif; line-height: 19px;"> </span></span></span> <span style="font-family: 'Times New Roman';"> </span></p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Vom 19. Oktober bis 20. November findet im Museum der Central Academy of Fine Arts in Beijing die Ausstellung “Coding and Decoding” statt, die vom Victoria &amp; Albert Museum in London übernommen wird, wo sie unter dem Titel “Decode: Digital Design Sensations” lief. Das Konzept der Ausstellung ist hier beschrieben. Mit bekannten Arbeiten von Golan Levin, Daniel Rozin und andren, jüngeren Künstlern.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">In Beijing findet die Ausstellung im 2008 eröffneten Museum der CAFA statt. Spektakuläre Architektur, die hier beschrieben ist.</div>
<p>Vom 19. Oktober bis 20. November findet im Museum der Central Academy of Fine Arts in Beijing die Ausstellung “Coding and Decoding” statt, die vom Victoria &amp; Albert Museum in London übernommen wird, wo sie unter dem Titel “Decode: Digital Design Sensations” lief. Das Konzept der Ausstellung ist hier beschrieben. Mit bekannten Arbeiten von Golan Levin, Daniel Rozin und andren, jüngeren Künstlern.  In Beijing findet die Ausstellung im 2008 eröffneten Museum der CAFA statt. Spektakuläre Architektur, die <a href="http://www.cafamuseum.org/en/about/intro/">hier</a> beschrieben ist.  <img class="aligncenter size-medium wp-image-1282" title="cafa" src="http://yingeli.net/wp-content/uploads/2010/10/cafa-300x225.jpg" alt="cafa" width="300" height="225" /></p>
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		<title>Culturescapes: Chinas Kulturszene nach 2000</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Sep 2010 12:07:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>yingeli</dc:creator>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach langen Geburtswehen ist endlich Culturescapes: Chinas Kulturszene nach 2000 auf die Welt gekommen! Die beiden Herausgeberinnen, Katharina Schneider-Roos und Stefanie Thiedig, haben vor zwei Jahren begonnen, die in China stationierten deutschsprachigen KulturarbeiterInnen zu mobilisieren, um die im Westen viel zu unbekannte Kulturszene der letzten Jahre &#8220;aufzuarbeiten&#8221; und zu dokumentieren. Ich hatte mich damals über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach langen Geburtswehen ist endlich <em><a href="http://www.merianverlag.ch/buecher/detail.cfm?ObjectID=405BFDDE-1422-0CEF-7634DCDF4F55C7BD">Culturescapes: Chinas Kulturszene nach 2000 </a></em>auf die Welt gekommen!</p>
<p>Die beiden Herausgeberinnen, Katharina Schneider-Roos und Stefanie Thiedig, haben vor zwei Jahren begonnen, die in China stationierten deutschsprachigen KulturarbeiterInnen zu mobilisieren, um die im Westen viel zu unbekannte Kulturszene der letzten Jahre &#8220;aufzuarbeiten&#8221; und zu dokumentieren. Ich hatte mich damals über meine Arbeit für Digital Communities beim Prix Ars Electronica und meine Zusammenarbeit mit <a href="http://www.wischenbart.com">Rüdiger Wischenbart</a>, der sich als Buchmarktspezialist mit China beschäftigte, begonnen, mich für Internet-Literatur in China zu interessieren. Allein die schieren Zahlen, um die es da geht, haben Katharina so beeindruckt, dass sie mich bat, doch einen Text dazu fürs Buch zu schreiben.</p>
<p>Der Text spiegelt den Stand Anfang 2010 wieder &#8211; aufgrund der rasanten Entwicklung stimmen die Zahlen heute, ein halbes Jahr später, nicht mehr ganz, und auch das Gewicht der Player verschiebt sich (z. B. hat Shanda Literature gerade erst Zubunet.com gekauft, eine Seite mit Online-Magazinen,  und sein E-Book-Reader Bambook ist im August auf den Markt gekommen).</p>
<p><span id="more-1205"></span></p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden; margin-top: 2em;">Internet-Literatur in China</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ingrid Fischer-Schreiber1</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die Anfänge</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Internet-Literatur (wangluo wenxue) lässt sich in China bis in die frühen 1990er-Jahre zurückverfolgen, als auf Mailing-Listen und in Newsgroups die ersten literarischen Arbeiten veröffentlicht wurden. Seit damals hat diese Literaturform in China einen beträchtlichen Wandel in Richtung Diversifizierung und Kommerzialisierung durchlaufen und ist – für einige – zu einem lukrativen Geschäft geworden. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass laut China Internet Network Information Center (CNNIC) in China im Dezember 2009 bereits 384 Millionen Menschen Zugang zum Internet hatten und dass Internet in China wesentlich stärker als in Europa als ‹soziales Medium› genutzt wird.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die ersten chinesischsprachigen literarischen Werke, die online publiziert wurden, stammten von chinesischen Studenten in den USA: Die damals per E-Mail verbreitete und bis heute existierende Online-Zeitschrift ‹China News Digest – Chinese Magazine› (Huaxia Wenzhai, www.hxwz.com) gilt als die erste Onlinepublikation, ihre erste ‹Ausgabe› erschien bereits 1989. Ab 1991 wurden literarische Werke unter der Rubrik ‹China News Digest Archive› (Huaxia Wenku) veröffentlicht. Dabei handelte es sich in erster Linie um Essays und Gedichte in herkömmlicher, linearer Form – interaktive Features standen damals ja noch nicht zur Verfügung.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Anfang der 1990er-Jahre entstanden auch Newsgroups wie alt.chinese.txt, in denen ebenfalls literarische Arbeiten veröffentlicht wurden. In der Volksrepublik China selbst gründeten Universitätsangehörige und Studenten, die als erste Zugang zum Internet beziehungsweise zum World Wide Web hatten, ab Mitte der 1990er-Jahre verschiedene Bulletin-Board-Systeme, in denen ebenfalls literarische Arbeiten Verbreitung fanden.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Von Foren und Giganten</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Seit das World Wide Web für die breite Masse zur Verfügung steht, findet der Grossteil der literarischen Produktion in China in Millionen von Web-basierten Foren statt, wo User ihre literarische Produktion veröffentlichen und die der anderen kommentieren. Dies erfolgt typischerweise in Form eines Thread: Ein Autor veröffentlicht ein Werk oder einen Teil eines Werkes, das dann von den Lesern kommentiert wird, worauf der Autor wiederum reagiert. Es handelt sich bei diesen Arbeiten also häufig um kollaborativ, interaktiv entstandene Arbeiten, die sich über die Zeit hin entfalten und oft keinen Abschluss finden, es sei denn, sie werden von den Moderatoren einer Seite ‹geschlossen› und archiviert.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Eine der ältesten, dezidiert literarischen Websites ist ‹Heilan›, die 1996 von Chen Wei als traditionelles, hoch qualitatives literarisches Print-Magazin gegründet wurde, aber bereits nach der ersten Nummer verboten wurde. 2002 wurde es als Website (www.heilan.com/forum) neu gegründet und umfasst inzwischen ein monatlich erscheinendes Magazin, digitale Publikationen und einen Literaturpreis, der vom Shanghai Century Publishing House gesponsert wird. Das Forum hat etwa 14 000 Mitglieder, die Monatszeitschrift bezieht ihren Content von den Mitgliedern und kann einige Tausend Leser verzeichnen, die, im Unterschied zu den meisten kommerziellen Internetliteratur-Seiten, aus allen Altersgruppen stammen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die erste grosse kommerzielle Seite für Internet-Literatur war die von dem Sino-Amerikaner William Zhu gegründete ‹Rongshuxia› (Under the Banyan Tree, www.rongshuxia.com), die schnell die grösste chinesische Seite für Literatur wurde und damit den Grundstein für die rasante Entwicklung dieser literarischen Gattung legte. Landesweit bekannt wurde Rongshuxia im Jahr 2000, als der Autor Lu Youqing in einem Diskussionsforum begann, regelmässig Postings über seinen Gesundheitszustand zu veröffentlichen – er litt an Krebs und dokumentierte so seinen Krankheitsverlauf: The Diary of Death (Siwang Riji).2</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Heute wird der Online-Literatur-Markt von einigen wenigen Playern und Persönlichkeiten gesteuert. Eines der einflussreichsten Unternehmen, das sich ganz auf Internet-Literatur spezialisiert hat, ist ‹Shanda Literature› (Shanda Wenxue). Shanda Literature wurde 2008 von Shanda Interactive Entertainment gegründet, dem grössten Anbieter von Online-Spielen in China. Shanda Literature betreibt fünf grosse Literatur-Seiten: ‹Qidian› (www.qidian.com), ‹Hongxiu› (www.hongxiu.com), ‹Jinjiang› (www.jjwxc.net), die bereits erwähnte Plattform Rongshuxia.com und Readnovel.com, eine 2004 gegründete Website für Originalveröffentlichungen – und ist damit der grösste chinesische Verlag für Online-Literatur.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Rongshuxia wurde 2002 vom Gründer an die Bertelsmann Group verkauft und im Dezember 2009 von Shanda Literature übernommen. Auf dieser Plattform veröffentlichten viele inzwischen bekannte Internet-Schriftsteller erstmals ihre Arbeiten. Zielgruppe von Rongshuxia sind in erster Linie jugendliche Leser. Qidian konzentriert sich vor allem auf Fantasy, Martial Arts und Militärabenteuer. Sie ist 2003 aus der Chinese Magic Fantasy Union entstanden, einer Site, die 2001 von Fantasy-Fans ins Leben gerufen und 2004 von Shanda aufgekauft wurde. Mit der Serie ‹Ghost Blows Out the Light› landete Qidian 2006 einen grossen Erfolg. Die 1999 gegründete und 2008 von Shanda übernommene Site Hongxiu.com ist auf Frauenliteratur spezialisiert. Auch die 2003 aus einer BBS3 in Fujian entstandene und 2007 von Shanda aufgekaufte Jinjiang ist auf Literatur von und für Frauen spezialisiert: Zweitausend Autorinnen veröffentlichen hier ihre Werke.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Laut ihrer Statistiken verzeichneten Qidian, Hongxiu und Jinjiang im zweiten Quartal 2009 insgesamt 400 Millionen Besucher pro Tag, die Anzahl der täglich upgedateten Zeichen betrug 50 Millionen. Insgesamt umfassen die dort publizierten Arbeiten 40 Milliarden Zeichen. Die vier Websites zählen 800 000 Autoren und 35 Millionen User, von denen 4 Millionen auch für die Inhalte zahlen: 0,2 bis 0,3 CNY pro Tausend Zeichen für bestimmte Teile von Arbeiten. Im Durchschnitt geben Leser auf Shanda-Seiten 50 CNY pro Monat aus. Bei Qidian allein schreiben täglich 1100 Personen. Wenn ein Autor seine Beiträge regelmässig in gewissem Umfang updated, kann er mit einem Basislohn rechnen. Geschätzte zehn Schriftsteller verdienen mehr als eine Million CNY pro Jahr, 1400 verdienen mehr als 10 000 CNY. 30 Prozent der User kommen aus Übersee, mehr als 69 Prozent haben einen Universitätsabschluss und 59 Prozent verfügen über ein Monatseinkommen von mehr als 3000 CNY.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Shanda Literature folgt der Web-2.0-Philosophie nicht nur insofern, als die User den Content generieren, sondern betreibt insgesamt eine konsequente Mitmachkultur: Nur die Leser und nicht die Lektoren entscheiden, welche Veröffentlichungen und Autoren erfolgreich werden. Mit den beliebtesten Autoren werden dann Verträge abgeschlossen, in denen sie alle Rechte mitsamt Nebenrechten an Shanda abtreten. Die Einnahmen werden 50:50 geteilt. Die eigentliche Verwertung erfolgt über alle denkbaren Kanäle, einige erfolgreiche Internetliteratur-Titel werden klassisch verlegt, gedruckt und auf diesem Wege auch nochmals zu traditionellen Print-Bestsellern. Ein Teil der Internetliteratur wird auch als Lesestoff für Mobiltelefone weiterverwertet – wobei parallel aber auch gezielt Literatur für Mobiltelefone produziert wird. Shandas Ziel ist es, nicht nur die grösste Site für Online-Literatur zu betreiben, sondern auch der wichtigste Händler für Lizenzen zu werden: Die Lizenzen für die verschiedenen Titel werden sowohl an die Mobile- und Games-Industrie als auch an die TV- und Filmbranche verkauft: Die Lizenz für die Adaptierung des Romans ‹Dragon› (Panlong, 2008) eines Autors, der als ‹I eat tomato› (Wo chi xihongshi) firmiert, als Online-Game zum Beispiel kostete drei Millionen CNY.4</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Lu Jinbo</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ein weiterer Player auf dem Internet-Literatur-Markt ist der 2008 von Lu Jinbo gegründete Verlag ‹Wanrong›. Lu Jinbo ist einer der Stars der Szene, der selbst als extrem erfolgreicher Online-Schriftsteller auf Rongshuxia.com unter dem Pseudonym Li Xunhuan begann, bevor er die ‹Rongshu Culture Company› und dann Wanrong gründete. Er hat einige der bekanntesten Schriftsteller aus dem Online-Bereich unter seinen Fittichen: Han Han, Guo Jingmin, Annie Baby (Annie Baobei), Rao Xueman. Sein Business-Modell unterscheidet sich von anderen vor allem dadurch, dass er in das Potenzial von Schriftstellern investiert. Er zahlt Vorschüsse auf Publikationen, die in die Millionen CNY gehen. Er schliesst mit vielversprechenden Autoren langfristige Verträge ab und kauft die Rechte auf ihre zukünftigen Werke sowie diejenigen für bereits von anderen Verlagen veröffentlichte Werke. Er verlegt und vertreibt aber nicht nur, sondern sorgt auch für die Fan-Basis und das Image, die Identität der Schriftsteller. Für die besten unter ihnen unterhält Wanrong eine Datenbank mit Informationen über zehntausende Leser. Es sind User-Daten über die Leser, die diese über ihr Profil (unbewusst) bereitstellen – die damit verbundene Problematik ist in Europa vor allem durch die Diskussionen um Seiten wie Facebook oder Google im Bewusstsein. Bei den wichtigsten Autoren werden die User-Daten auf deren Fan-Seiten ausgewertet, sodass man die so gewonnenen Erkenntnisse für Marketing-Zwecke verwenden kann, bevor ein neues Buch erscheint.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">SMS-Romane und mehr</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Online-Literatur beschränkt sich in China aber nicht nur aufs Internet. Chinesen lesen gerne auf ihrem Mobiltelefon (laut CNNIC nutzten im Oktober 2009 bereits 181 Millionen Chinesen mobiles Internet, Tendenz stark steigend). Nach Angaben der General Administration of Press and Publication (GAPP) stieg der Gesamtumsatz der digitalen Publikationsindustrie von 1,59 Milliarden CNY im Jahr 2002 auf 20 Milliarden CNY im Jahr 2006, wobei 43 Prozent davon auf den Mobiltelefon-Markt entfielen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">35 Prozent der Handy-Besitzer benutzen laut CNNIC ihr Handy auch als Leseterminal. 2010 soll es 700 Millionen Handy-User geben. Durch die Verfügbarkeit der 3G-Mobilfunktechnologie für den Handy-Zugang verwischen sich die Grenzen zwischen traditionellen Medien wie Fernsehen, Radio, Zeitungen und Telekommunikation noch weiter. Der Content umfasst nicht nur Gedrucktes, sondern auch Audio- und Videoinhalte, Spiele und anderes, was den Begriff ‹Publikation› grundsätzlich verändern kann.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Der erste SMS-Roman stammt von Qian Fuchang: ‹Chengwai› (Outside the Siege Fortress) und ist eine leidenschaftliche Liebesgeschichte zwischen einer verheirateten Frau und einem verheirateten Mann. Der 2004 entstandene Roman besteht ursprünglich aus 60 Kapiteln zu je 70 Zeichen, in der 2005 erschienenen Print-Publikation wurden neben der Erstversion verschiedene Versionen fürs Internet, WAP (Wireless Application Protocol) sowie zusätzliches Interviewmaterial veröffentlicht.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Hongxiu.com bietet auf seiner WAP-Seite mehr als 1,9 Millionen Titel an. Die Leser können entweder einen ganzen Roman für rund zwei CNY herunterladen, oder eine Serie für 0,3 bis 0,4 CNY pro tausend Zeichen abonnieren.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Um geeigneten literarischen Content für Mobiltelefone zu finden, wurde 2009 von Shanda der ‹China Mobile Phone Original Story Contest› abgehalten. Die von einer Jury gekürten Gewinner, die ein siebzig chinesisches Zeichen umfassendes Konzept einreichen mussten, können mit Lizenzgebühren von 70 000 CNY rechnen. Gesucht werden ‹Mobil-Romanciers›, die Romane mit mindestens 100 000 Zeichen produzieren können. Die Initiatoren gehen davon aus, dass derartige Romane von Teams unter starker Involvierung des Publikums geschrieben werden.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Auch Kong.net, ein Portal für Mobiltelefone, hat einen literarischen Wettbewerb abgehalten, wobei Kurzgeschichten, Web-Romane, SMS und bildbasierte Arbeiten eingereicht werden konnten. China Mobile plant in den nächsten fünf Jahren 500 Millionen CNY in eine ‹Mobile Reading Base› zu investieren und dabei mit hunderten von Verlagen zusammenzuarbeiten.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Neben Romanen und Handy-Literatur gibt es in China noch weitere Formen literarischer Online-Produktion: Zu den populärsten zählen Short-Shorts und Relay Fiction. Auf der Site ‹Short Short Authors› (Xiaoxiaoshuo Zuojia Wang) werden Geschichten von rund tausend Zeichen Länge veröffentlicht, die, so die sehr weit gefassten Vorgaben, ein Ereignis aufgreifen, das zu einer bestimmten Zeit in einem bestimmten Setting stattfindet. Noch reduzierter sind die Ameisengeschichten (mayi xiaoshuo): Bei der sogenannten Relay Fiction schreiben mehrere Autoren abwechselnd Kapitel einer Geschichte. Endd.cn (Endengdeng, wörtlich «Warte einen Moment») ist eine Seite, die diese Form der Zusammenarbeit unterstützt: Mitglieder posten ihre Beiträge und können über einen ‹Ich übernehme›-Button (Wo Lai Jielong) bestimmen, ob andere weiterschreiben dürfen oder nicht.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Online und Print</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">In China sind der Online- und der traditionelle Printmarkt wesentlich stärker verschränkt als in Europa. Diese Tendenz lässt sich bis ins Jahr 1999 zurückverfolgen, als ein populärer Online-Roman des taiwanesischen Schriftstellers Cai Zhiheng in seiner Printversion zweiundzwanzig Monate lang die Bestsellerlisten anführte und mehr als eine Million Exemplare verkauft wurden. Ausserdem wurde der Roman Vorlage für einen Spielfilm, einen TV-Film, Cartoons und Video-Games.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Auch die bereits erwähnte literarische Seite Heilan arbeitet mit Verlagen zusammen: Das Shanghai Century Publishing House hat bereits fünf Bücher verlegt, die auf Heilan erstveröffentlicht worden waren. Der Verlag zahlte eine Lizenzgebühr für das jeweilige Manuskript und vermarktete es dann. Alle bislang verlegten Bücher sind inzwischen vergriffen, das Geschäft war für beide Seiten lukrativ.5</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ein Beispiel chinesischer Internet-Literatur hat es als Printpublikation auch auf den deutschen Markt geschafft: Der Roman ‹Chengdu, vergiss mich heut Nacht› (Chengdu, Jinye Qing Jiang Wo Yiwang) von Murong Xuecun wurde 2009 von Zweitausendundeins in deutscher Übersetzung herausgebracht. Murong Xuecun veröffentlichte seinen Roman zunächst im Internet und erreichte dort rund fünf Millionen Leser. Die chinesische Buchauflage liegt zurzeit bei 500 000 Exemplaren, es gibt ein Theaterstück sowie Fernseh- und Filmadaptionen. Der Roman erzählt die Geschichte von drei jungen Männern, die sich im Glanz und Luxus des modernen städtischen Chinas zurechtzufinden versuchen, es geht um Alkohol, Drogen und schnellen Sex, die dieser Newbility6 zusetzen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Auch für Lyrik wird das Internet immer wichtiger, da traditionelle Medien so gut wie keine Lyrik mehr verlegen. Für den in London lebenden Lyriker Yang Lian sind dank des Internets die spannendsten Jahre seit 1949 angebrochen: «Es ist wie in den 1970er-Jahren, gleich nach der Kulturrevolution. Gedichte im Internet zu veröffentlichen oder Bücher selber zu drucken und sie unter Freunden zu verteilen, erinnert an die Zeit Ende der 1970er, Anfang der 1980er-Jahre, in der meine Generation gearbeitet hat.» Der grundlegende Unterschied ist das Vorhandensein eines Marktes, was Yang Lian aber positiv sieht: Dieser habe die Individualität geweckt, was er sogar in der Sprache der Schriftsteller erkenne, diese Individualität sei die Grundlage für jede echte Literatur. Kommerziell erfolgreich zu sein, ist fast zu einer literarischen Position geworden; für die jüngere Generation hat Literatur nichts mehr mit Politik zu tun und Schriftsteller sehen sich nicht länger als das ‹Gewissen der Nation›.7 Online publizierte Lyrik ist inzwischen auch in akademischen Kreisen anerkannt, und sogar die bekanntesten chinesischen Lyriker sind online vertreten, online publizierte Lyrik findet wiederum ihren Weg in Print-Publikationen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Der Status von Online-Literatur</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 84px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Michel Hockx, Spezialist für chinesische Literatur, sieht den grundlegendsten Unterschied zwischen chinesischen und westlichen Internetliteratur-Sites im Status, den Online-Literatur in China geniesst: «Das Internet spielt eine viel grössere Rolle in der Literatur als im Westen», meint er. «Es wird wesentlich ernster genommen, sehr ernsthaft studiert, und auch renommierte Schriftsteller beteiligen sich.»8 Und das trotz der massiven Internet-Zensur: Im Oktober 2009 waren laut offiziellen Mitteilungen 1414 Werke, die online erschienen waren, vom Netz genommen und 30 000 Links zu diesen verbotenen Werken sowie 20 Online-Literatur-Sites geschlossen – das alles, um ‹pornografische und sonstige schädliche Inhalte› von den chinesischen Lesern fernzuhalten.9 Seit Anfang 2010 wird auch der Inhalt von SMS-Nachrichten zensiert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die in den letzten Monate verschärfte Zensur des Internets auf die Produktion von Literatur im Internet auswirken wird, die ja nicht zuletzt deswegen so boomt, weil die Zensur im Internet früher weniger durchgriff als bei Printpublikationen.10</div>
<h2></h2>
<h2><strong>Internet-Literatur in China</strong></h2>
<p>Ingrid Fischer-Schreiber 1</p>
<p><strong>Die Anfänge</strong></p>
<p>Internet-Literatur (wangluo wenxue) lässt sich in China bis in die frühen 1990er-Jahre zurückverfolgen, als auf Mailing-Listen und in Newsgroups die ersten literarischen Arbeiten veröffentlicht wurden. Seit damals hat diese Literaturform in China einen beträchtlichen Wandel in Richtung Diversifizierung und Kommerzialisierung durchlaufen und ist – für einige – zu einem lukrativen Geschäft geworden. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass laut China Internet Network Information Center (CNNIC) in China im Dezember 2009 bereits 384 Millionen Menschen Zugang zum Internet hatten und dass Internet in China wesentlich stärker als in Europa als ‹soziales Medium› genutzt wird.</p>
<p>Die ersten chinesischsprachigen literarischen Werke, die online publiziert wurden, stammten von chinesischen Studenten in den USA: Die damals per E-Mail verbreitete und bis heute existierende Online-Zeitschrift ‹China News Digest – Chinese Magazine› (Huaxia Wenzhai, www.hxwz.com) gilt als die erste Onlinepublikation, ihre erste ‹Ausgabe› erschien bereits 1989. Ab 1991 wurden literarische Werke unter der Rubrik ‹China News Digest Archive› (Huaxia Wenku) veröffentlicht. Dabei handelte es sich in erster Linie um Essays und Gedichte in herkömmlicher, linearer Form – interaktive Features standen damals ja noch nicht zur Verfügung.</p>
<p>Anfang der 1990er-Jahre entstanden auch Newsgroups wie alt.chinese.txt, in denen ebenfalls literarische Arbeiten veröffentlicht wurden. In der Volksrepublik China selbst gründeten Universitätsangehörige und Studenten, die als erste Zugang zum Internet beziehungsweise zum World Wide Web hatten, ab Mitte der 1990er-Jahre verschiedene Bulletin-Board-Systeme, in denen ebenfalls literarische Arbeiten Verbreitung fanden.</p>
<p><strong>Von Foren und Giganten</strong></p>
<p>Seit das World Wide Web für die breite Masse zur Verfügung steht, findet der Grossteil der literarischen Produktion in China in Millionen von Web-basierten Foren statt, wo User ihre literarische Produktion veröffentlichen und die der anderen kommentieren. Dies erfolgt typischerweise in Form eines Thread: Ein Autor veröffentlicht ein Werk oder einen Teil eines Werkes, das dann von den Lesern kommentiert wird, worauf der Autor wiederum reagiert. Es handelt sich bei diesen Arbeiten also häufig um kollaborativ, interaktiv entstandene Arbeiten, die sich über die Zeit hin entfalten und oft keinen Abschluss finden, es sei denn, sie werden von den Moderatoren einer Seite ‹geschlossen› und archiviert.</p>
<p>Eine der ältesten, dezidiert literarischen Websites ist ‹Heilan›, die 1996 von Chen Wei als traditionelles, hoch qualitatives literarisches Print-Magazin gegründet wurde, aber bereits nach der ersten Nummer verboten wurde. 2002 wurde es als Website (www.heilan.com/forum) neu gegründet und umfasst inzwischen ein monatlich erscheinendes Magazin, digitale Publikationen und einen Literaturpreis, der vom Shanghai Century Publishing House gesponsert wird. Das Forum hat etwa 14 000 Mitglieder, die Monatszeitschrift bezieht ihren Content von den Mitgliedern und kann einige Tausend Leser verzeichnen, die, im Unterschied zu den meisten kommerziellen Internetliteratur-Seiten, aus allen Altersgruppen stammen.</p>
<p>Die erste grosse kommerzielle Seite für Internet-Literatur war die von dem Sino-Amerikaner William Zhu gegründete ‹Rongshuxia› (Under the Banyan Tree, www.rongshuxia.com), die schnell die grösste chinesische Seite für Literatur wurde und damit den Grundstein für die rasante Entwicklung dieser literarischen Gattung legte. Landesweit bekannt wurde Rongshuxia im Jahr 2000, als der Autor Lu Youqing in einem Diskussionsforum begann, regelmässig Postings über seinen Gesundheitszustand zu veröffentlichen – er litt an Krebs und dokumentierte so seinen Krankheitsverlauf: The Diary of Death (Siwang Riji).2</p>
<p>Heute wird der Online-Literatur-Markt von einigen wenigen Playern und Persönlichkeiten gesteuert. Eines der einflussreichsten Unternehmen, das sich ganz auf Internet-Literatur spezialisiert hat, ist ‹Shanda Literature› (Shanda Wenxue). Shanda Literature wurde 2008 von Shanda Interactive Entertainment gegründet, dem grössten Anbieter von Online-Spielen in China. Shanda Literature betreibt fünf grosse Literatur-Seiten: ‹Qidian› (www.qidian.com), ‹Hongxiu› (www.hongxiu.com), ‹Jinjiang› (www.jjwxc.net), die bereits erwähnte Plattform Rongshuxia.com und Readnovel.com, eine 2004 gegründete Website für Originalveröffentlichungen – und ist damit der grösste chinesische Verlag für Online-Literatur.</p>
<p>Rongshuxia wurde 2002 vom Gründer an die Bertelsmann Group verkauft und im Dezember 2009 von Shanda Literature übernommen. Auf dieser Plattform veröffentlichten viele inzwischen bekannte Internet-Schriftsteller erstmals ihre Arbeiten. Zielgruppe von Rongshuxia sind in erster Linie jugendliche Leser. Qidian konzentriert sich vor allem auf Fantasy, Martial Arts und Militärabenteuer. Sie ist 2003 aus der Chinese Magic Fantasy Union entstanden, einer Site, die 2001 von Fantasy-Fans ins Leben gerufen und 2004 von Shanda aufgekauft wurde. Mit der Serie ‹Ghost Blows Out the Light› landete Qidian 2006 einen grossen Erfolg. Die 1999 gegründete und 2008 von Shanda übernommene Site Hongxiu.com ist auf Frauenliteratur spezialisiert. Auch die 2003 aus einer BBS3 in Fujian entstandene und 2007 von Shanda aufgekaufte Jinjiang ist auf Literatur von und für Frauen spezialisiert: Zweitausend Autorinnen veröffentlichen hier ihre Werke.</p>
<p>Laut ihrer Statistiken verzeichneten Qidian, Hongxiu und Jinjiang im zweiten Quartal 2009 insgesamt 400 Millionen Besucher pro Tag, die Anzahl der täglich upgedateten Zeichen betrug 50 Millionen. Insgesamt umfassen die dort publizierten Arbeiten 40 Milliarden Zeichen. Die vier Websites zählen 800 000 Autoren und 35 Millionen User, von denen 4 Millionen auch für die Inhalte zahlen: 0,2 bis 0,3 CNY pro Tausend Zeichen für bestimmte Teile von Arbeiten. Im Durchschnitt geben Leser auf Shanda-Seiten 50 CNY pro Monat aus. Bei Qidian allein schreiben täglich 1100 Personen. Wenn ein Autor seine Beiträge regelmässig in gewissem Umfang updated, kann er mit einem Basislohn rechnen. Geschätzte zehn Schriftsteller verdienen mehr als eine Million CNY pro Jahr, 1400 verdienen mehr als 10 000 CNY. 30 Prozent der User kommen aus Übersee, mehr als 69 Prozent haben einen Universitätsabschluss und 59 Prozent verfügen über ein Monatseinkommen von mehr als 3000 CNY.</p>
<p>Shanda Literature folgt der Web-2.0-Philosophie nicht nur insofern, als die User den Content generieren, sondern betreibt insgesamt eine konsequente Mitmachkultur: Nur die Leser und nicht die Lektoren entscheiden, welche Veröffentlichungen und Autoren erfolgreich werden. Mit den beliebtesten Autoren werden dann Verträge abgeschlossen, in denen sie alle Rechte mitsamt Nebenrechten an Shanda abtreten. Die Einnahmen werden 50:50 geteilt. Die eigentliche Verwertung erfolgt über alle denkbaren Kanäle, einige erfolgreiche Internetliteratur-Titel werden klassisch verlegt, gedruckt und auf diesem Wege auch nochmals zu traditionellen Print-Bestsellern. Ein Teil der Internetliteratur wird auch als Lesestoff für Mobiltelefone weiterverwertet – wobei parallel aber auch gezielt Literatur für Mobiltelefone produziert wird. Shandas Ziel ist es, nicht nur die grösste Site für Online-Literatur zu betreiben, sondern auch der wichtigste Händler für Lizenzen zu werden: Die Lizenzen für die verschiedenen Titel werden sowohl an die Mobile- und Games-Industrie als auch an die TV- und Filmbranche verkauft: Die Lizenz für die Adaptierung des Romans ‹Dragon› (Panlong, 2008) eines Autors, der als ‹I eat tomato› (Wo chi xihongshi) firmiert, als Online-Game zum Beispiel kostete drei Millionen CNY.4</p>
<p><strong>Lu Jinbo</strong></p>
<p>Ein weiterer Player auf dem Internet-Literatur-Markt ist der 2008 von Lu Jinbo gegründete Verlag ‹Wanrong›. Lu Jinbo ist einer der Stars der Szene, der selbst als extrem erfolgreicher Online-Schriftsteller auf Rongshuxia.com unter dem Pseudonym Li Xunhuan begann, bevor er die ‹Rongshu Culture Company› und dann Wanrong gründete. Er hat einige der bekanntesten Schriftsteller aus dem Online-Bereich unter seinen Fittichen: Han Han, Guo Jingmin, Annie Baby (Annie Baobei), Rao Xueman. Sein Business-Modell unterscheidet sich von anderen vor allem dadurch, dass er in das Potenzial von Schriftstellern investiert. Er zahlt Vorschüsse auf Publikationen, die in die Millionen CNY gehen. Er schliesst mit vielversprechenden Autoren langfristige Verträge ab und kauft die Rechte auf ihre zukünftigen Werke sowie diejenigen für bereits von anderen Verlagen veröffentlichte Werke. Er verlegt und vertreibt aber nicht nur, sondern sorgt auch für die Fan-Basis und das Image, die Identität der Schriftsteller. Für die besten unter ihnen unterhält Wanrong eine Datenbank mit Informationen über zehntausende Leser. Es sind User-Daten über die Leser, die diese über ihr Profil (unbewusst) bereitstellen – die damit verbundene Problematik ist in Europa vor allem durch die Diskussionen um Seiten wie Facebook oder Google im Bewusstsein. Bei den wichtigsten Autoren werden die User-Daten auf deren Fan-Seiten ausgewertet, sodass man die so gewonnenen Erkenntnisse für Marketing-Zwecke verwenden kann, bevor ein neues Buch erscheint.</p>
<p><strong>SMS-Romane und mehr</strong></p>
<p>Online-Literatur beschränkt sich in China aber nicht nur aufs Internet. Chinesen lesen gerne auf ihrem Mobiltelefon (laut CNNIC nutzten im Oktober 2009 bereits 181 Millionen Chinesen mobiles Internet, Tendenz stark steigend). Nach Angaben der General Administration of Press and Publication (GAPP) stieg der Gesamtumsatz der digitalen Publikationsindustrie von 1,59 Milliarden CNY im Jahr 2002 auf 20 Milliarden CNY im Jahr 2006, wobei 43 Prozent davon auf den Mobiltelefon-Markt entfielen.</p>
<p>35 Prozent der Handy-Besitzer benutzen laut CNNIC ihr Handy auch als Leseterminal. 2010 soll es 700 Millionen Handy-User geben. Durch die Verfügbarkeit der 3G-Mobilfunktechnologie für den Handy-Zugang verwischen sich die Grenzen zwischen traditionellen Medien wie Fernsehen, Radio, Zeitungen und Telekommunikation noch weiter. Der Content umfasst nicht nur Gedrucktes, sondern auch Audio- und Videoinhalte, Spiele und anderes, was den Begriff ‹Publikation› grundsätzlich verändern kann.</p>
<p>Der erste SMS-Roman stammt von Qian Fuchang: ‹Chengwai› (Outside the Siege Fortress) und ist eine leidenschaftliche Liebesgeschichte zwischen einer verheirateten Frau und einem verheirateten Mann. Der 2004 entstandene Roman besteht ursprünglich aus 60 Kapiteln zu je 70 Zeichen, in der 2005 erschienenen Print-Publikation wurden neben der Erstversion verschiedene Versionen fürs Internet, WAP (Wireless Application Protocol) sowie zusätzliches Interviewmaterial veröffentlicht.</p>
<p>Hongxiu.com bietet auf seiner WAP-Seite mehr als 1,9 Millionen Titel an. Die Leser können entweder einen ganzen Roman für rund zwei CNY herunterladen, oder eine Serie für 0,3 bis 0,4 CNY pro tausend Zeichen abonnieren.</p>
<p>Um geeigneten literarischen Content für Mobiltelefone zu finden, wurde 2009 von Shanda der ‹China Mobile Phone Original Story Contest› abgehalten. Die von einer Jury gekürten Gewinner, die ein siebzig chinesisches Zeichen umfassendes Konzept einreichen mussten, können mit Lizenzgebühren von 70 000 CNY rechnen. Gesucht werden ‹Mobil-Romanciers›, die Romane mit mindestens 100 000 Zeichen produzieren können. Die Initiatoren gehen davon aus, dass derartige Romane von Teams unter starker Involvierung des Publikums geschrieben werden.</p>
<p>Auch Kong.net, ein Portal für Mobiltelefone, hat einen literarischen Wettbewerb abgehalten, wobei Kurzgeschichten, Web-Romane, SMS und bildbasierte Arbeiten eingereicht werden konnten. China Mobile plant in den nächsten fünf Jahren 500 Millionen CNY in eine ‹Mobile Reading Base› zu investieren und dabei mit hunderten von Verlagen zusammenzuarbeiten.</p>
<p>Neben Romanen und Handy-Literatur gibt es in China noch weitere Formen literarischer Online-Produktion: Zu den populärsten zählen Short-Shorts und Relay Fiction. Auf der Site ‹Short Short Authors› (Xiaoxiaoshuo Zuojia Wang) werden Geschichten von rund tausend Zeichen Länge veröffentlicht, die, so die sehr weit gefassten Vorgaben, ein Ereignis aufgreifen, das zu einer bestimmten Zeit in einem bestimmten Setting stattfindet. Noch reduzierter sind die Ameisengeschichten (mayi xiaoshuo): Bei der sogenannten Relay Fiction schreiben mehrere Autoren abwechselnd Kapitel einer Geschichte. Endd.cn (Endengdeng, wörtlich «Warte einen Moment») ist eine Seite, die diese Form der Zusammenarbeit unterstützt: Mitglieder posten ihre Beiträge und können über einen ‹Ich übernehme›-Button (Wo Lai Jielong) bestimmen, ob andere weiterschreiben dürfen oder nicht.</p>
<p><strong>Online und Print</strong></p>
<p>In China sind der Online- und der traditionelle Printmarkt wesentlich stärker verschränkt als in Europa. Diese Tendenz lässt sich bis ins Jahr 1999 zurückverfolgen, als ein populärer Online-Roman des taiwanesischen Schriftstellers Cai Zhiheng in seiner Printversion zweiundzwanzig Monate lang die Bestsellerlisten anführte und mehr als eine Million Exemplare verkauft wurden. Ausserdem wurde der Roman Vorlage für einen Spielfilm, einen TV-Film, Cartoons und Video-Games.</p>
<p>Auch die bereits erwähnte literarische Seite Heilan arbeitet mit Verlagen zusammen: Das Shanghai Century Publishing House hat bereits fünf Bücher verlegt, die auf Heilan erstveröffentlicht worden waren. Der Verlag zahlte eine Lizenzgebühr für das jeweilige Manuskript und vermarktete es dann. Alle bislang verlegten Bücher sind inzwischen vergriffen, das Geschäft war für beide Seiten lukrativ.5</p>
<p>Ein Beispiel chinesischer Internet-Literatur hat es als Printpublikation auch auf den deutschen Markt geschafft: Der Roman ‹Chengdu, vergiss mich heut Nacht› (Chengdu, Jinye Qing Jiang Wo Yiwang) von Murong Xuecun wurde 2009 von Zweitausendundeins in deutscher Übersetzung herausgebracht. Murong Xuecun veröffentlichte seinen Roman zunächst im Internet und erreichte dort rund fünf Millionen Leser. Die chinesische Buchauflage liegt zurzeit bei 500 000 Exemplaren, es gibt ein Theaterstück sowie Fernseh- und Filmadaptionen. Der Roman erzählt die Geschichte von drei jungen Männern, die sich im Glanz und Luxus des modernen städtischen Chinas zurechtzufinden versuchen, es geht um Alkohol, Drogen und schnellen Sex, die dieser Newbility6 zusetzen.</p>
<p>Auch für Lyrik wird das Internet immer wichtiger, da traditionelle Medien so gut wie keine Lyrik mehr verlegen. Für den in London lebenden Lyriker Yang Lian sind dank des Internets die spannendsten Jahre seit 1949 angebrochen: «Es ist wie in den 1970er-Jahren, gleich nach der Kulturrevolution. Gedichte im Internet zu veröffentlichen oder Bücher selber zu drucken und sie unter Freunden zu verteilen, erinnert an die Zeit Ende der 1970er, Anfang der 1980er-Jahre, in der meine Generation gearbeitet hat.» Der grundlegende Unterschied ist das Vorhandensein eines Marktes, was Yang Lian aber positiv sieht: Dieser habe die Individualität geweckt, was er sogar in der Sprache der Schriftsteller erkenne, diese Individualität sei die Grundlage für jede echte Literatur. Kommerziell erfolgreich zu sein, ist fast zu einer literarischen Position geworden; für die jüngere Generation hat Literatur nichts mehr mit Politik zu tun und Schriftsteller sehen sich nicht länger als das ‹Gewissen der Nation›.7 Online publizierte Lyrik ist inzwischen auch in akademischen Kreisen anerkannt, und sogar die bekanntesten chinesischen Lyriker sind online vertreten, online publizierte Lyrik findet wiederum ihren Weg in Print-Publikationen.</p>
<p><strong>Der Status von Online-Literatur</strong></p>
<p>Michel Hockx, Spezialist für chinesische Literatur, sieht den grundlegendsten Unterschied zwischen chinesischen und westlichen Internetliteratur-Sites im Status, den Online-Literatur in China geniesst: «Das Internet spielt eine viel grössere Rolle in der Literatur als im Westen», meint er. «Es wird wesentlich ernster genommen, sehr ernsthaft studiert, und auch renommierte Schriftsteller beteiligen sich.»8 Und das trotz der massiven Internet-Zensur: Im Oktober 2009 waren laut offiziellen Mitteilungen 1414 Werke, die online erschienen waren, vom Netz genommen und 30 000 Links zu diesen verbotenen Werken sowie 20 Online-Literatur-Sites geschlossen – das alles, um ‹pornografische und sonstige schädliche Inhalte› von den chinesischen Lesern fernzuhalten.9 Seit Anfang 2010 wird auch der Inhalt von SMS-Nachrichten zensiert. Es bleibt abzuwarten, wie sich die in den letzten Monate verschärfte Zensur des Internets auf die Produktion von Literatur im Internet auswirken wird, die ja nicht zuletzt deswegen so boomt, weil die Zensur im Internet früher weniger durchgriff als bei Printpublikationen.10</p>
<p><strong>Anmerkungen</strong></p>
<p>1 Stand: Februar 2010.</p>
<p>2 Lu Youqing 陆幼青: The Diary of Death (Siwang Riji 死亡日记), veröffentlicht unter: www.rongshuxia.com/book/370764.html, Stand: Juli 2010.</p>
<p>3 Bulletin Board System (BBS) ist im deutschen Sprachraum als Mailbox bekannt.</p>
<p>4 Shanda Literature präsentierte sich auf der Frankfurter Buchmesse mit diesen und weiteren astronomischen Zahlen etwa auf dem Innovationsforum ‹How EPUB Works – Shanda Model: Web to E-Book, Wireless etc.› am 14. Oktober 2009.</p>
<p>5 Siehe Eric Abrahamsen unter paper-republic.org/ericabrahamsen/internet-literature-zhao-song, Stand: Juli 2010.</p>
<p>6 Hierbei handelt es sich um einen Chinglish-Begriff, der besondere Coolheit, Grossartigkeit ausdrücken will. Die Newbilities sind die Yuppies des neuen Jahrtausends.</p>
<p>7 www.guardian.co.uk/books/2008/jan/16/fiction.richardlea, Stand: Juli 2010.</p>
<p>8 Ebenda.</p>
<p>9 news.xinhuanet.com/english/2009-10/27/content_12341503.htm, Stand: Juli 2010.</p>
<p>10 Eine Zusammenfassung der Entwicklung von Internet-Literatur in China findet sich auf baike.baidu.com/view/4023.htm, Stand: Juli 2010.</p>
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		<title>Get It Louder! 2010： Sharism</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Aug 2010 11:21:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>yingeli</dc:creator>
				<category><![CDATA[China]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[The theme of 2010 Get It Louder is SHARISM. As the time of internet, SHARISM is a new thought in the society. It advocates using the power of Social Media. Every individual unit can share knowledge, culture, art, education, business, politics and beliefs. There is no such a border between different society and communities. It [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">The theme of 2010 Get It Louder is SHARISM. As the time of internet, SHARISM is a new thought in the society. It advocates using the power of Social Media. Every individual unit can share knowledge, culture, art, education, business, politics and beliefs. There is no such a border between different society and communities. It changes the traditional society which only contains private and public. This kind of old organizing framework has been changed through SHARISM. Every single unit can share and gain knowledge from others. It develops the strong Social Brain and Cloud Intelligence. SHARISM provides the development of humanity. Meanwhile, it breaks down social domination and evolves a new social phenomenon.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">During these years, new social communication flat, such as Flick, Facebook and Twitter, are created increasingly. At the same time, some juristic tool, Creative Commons, have been widely diffused. The new personal 2.0 network appears in the society. All of these creation and develops make an aggregation of human intelligence. They even rebuild the social trust and the relationship among people. Meanwhile, they reform the diffuse way of traditional media. They are not only influenced the pattern of global politics, but also set up a fresh business mode. As one of the most active human intelligence, cultures and arts need to respond towards this worldwide trend. As the new brand of Chinese exhibitions, 2010Get It Louder will show a comprehensive understanding of this new SHARISM.</div>
<div>Auch 2010 wird wieder das Festival <a href="http://www.getitlouder.com/">Get It Louder</a> in Beijing &#8211; und ein Teil davon, nämlich das Sharism-Forum, in Shanghai &#8211; stattfinden. Kuratoren der Auflage 2010 sind: Ou Ning, Aric Chen, Fu Xiao Dong, Ying Ling, Eric Abrahamsen und Jiancui. Das Festival steht unter dem Thema &#8220;Sharism&#8221; &#8211; und das freut mich ganz besonders für meinen guten Freund Isaac Mao, der diesen Begriff geprägt hat und seine ganze Energie in die Verbreitung dieser &#8220;Philosophie&#8221; steckt.</div>
<div>In Shanghai sind wir gerade dabei, eine passende Location für das hiesige Forum zu finden &#8230;</div>
<div><span id="more-1163"></span></div>
<div>The theme of 2010 Get It Louder is SHARISM. As the time of internet, SHARISM is a new thought in the society. It advocates using the power of Social Media. Every individual unit can share knowledge, culture, art, education, business, politics and beliefs. There is no such a border between different society and communities. It changes the traditional society which only contains private and public. This kind of old organizing framework has been changed through SHARISM. Every single unit can share and gain knowledge from others. It develops the strong Social Brain and Cloud Intelligence. SHARISM provides the development of humanity. Meanwhile, it breaks down social domination and evolves a new social phenomenon.</div>
<div>During these years, new social communication flat, such as Flick, Facebook and Twitter, are created increasingly. At the same time, some juristic tool, Creative Commons, have been widely diffused. The new personal 2.0 network appears in the society. All of these creation and develops make an aggregation of human intelligence. They even rebuild the social trust and the relationship among people. Meanwhile, they reform the diffuse way of traditional media. They are not only influenced the pattern of global politics, but also set up a fresh business mode. As one of the most active human intelligence, cultures and arts need to respond towards this worldwide trend. As the new brand of Chinese exhibitions, 2010Get It Louder will show a comprehensive understanding of this new SHARISM.</div>
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		<title>China: Neue Kampagne gegen vulgäre Kultur</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Aug 2010 05:51:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>yingeli</dc:creator>
				<category><![CDATA[China]]></category>
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		<description><![CDATA[Ein neuer moralischer Kreuzzug hat in China begonnen: Nach Berichten in der in Guangzhou erscheinenden Southern Metropolis Daily war ein erstes Zeichen dieser Verschärfung die &#8220;Zensur&#8221; von äußerst populären Dating-TV-Shows (wo ab sofort vor allem vom Sorgen für die Schwiegermütter in spe und weniger von 200.000 RMB Monatseinkommen des zukünftigen Ehemanns die Rede ist) oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein neuer moralischer Kreuzzug hat in China begonnen: Nach Berichten in der in Guangzhou erscheinenden Southern Metropolis Daily war ein erstes Zeichen dieser Verschärfung die &#8220;Zensur&#8221; von äußerst populären Dating-TV-Shows (wo ab sofort vor allem vom Sorgen für die Schwiegermütter in spe und weniger von 200.000 RMB Monatseinkommen des zukünftigen Ehemanns die Rede ist) oder die Kritik an der neuen TV-Serie &#8220;Traum der Roten Kammer&#8221;.</p>
<p>Am 23. Juli hat der chinesische Präsident Hu Jintao außerdem im Zuge einer &#8220;kollektiven Studiensitzung&#8221; über die Intensivierung der Reform des Kultursektors betont, dass China den strategischen Wert und die strategische Funktion von Kultur stärker berücksichtigen  und unter Bedachtnahme auf die aktuellen Entwicklungen die Reform des Kultursektors vorantreiben und die Entwicklung einer sozalistischen Kultur fördern müsse.<span id="more-1108"></span></p>
<p>Hu setzte dabei folgende Schwerpunkte:</p>
<p>1. Innovation im Bereich der Reform des Kultursektors.<br />
2. Einrichtung eines öffentlichen Kulturdienstleistungssystems.<br />
3. Beschleunigung der Entwicklung der Kulturindustrie.<br />
4. Klare Leitlinien für die Produktion von Kulturgütern, wobei von den wirklichen Bedürfnissen der Gesellschaft  und den Stärken der chinesischen Kulturtradition ausgegangen werden müsse. Dabei sollten signifikante globale kulturelle Errungenschaften einbezogen werden und der Schwerpunkt auf künstlerisch und intellektuell wertvollen Werken liegen, die dem Geschmack der Menschen entsprechen. Die Kulturproduzenten und Kulturinstitutionen sollten sich auf die sozialistischen Kernwerte besinnen und die Vorreiterrolle der sozialistischen fortschrittlichen Kultur stärken und gegen drei vulgäre Tendenzen ankämpfen: gegen vulgäre (庸俗),  ungesunde (低俗) und geschmacklose ( 媚俗) kulturelle Inhalte.</p>
<p>Der volle Bericht (Chinesisch) ist auf Metropolis Daily zu finden: <a href="http://gcontent.oeeee.com/8/9f/89f03f7d02720160/Blog/71e/4fb94f.html">http://gcontent.oeeee.com/8/9f/89f03f7d02720160/Blog/71e/4fb94f.html</a></p>
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