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Online Police Volunteers

Am 13. 1. 2016 gab das Beijing Municipal Security Bureau bekannt, dass es vier Gruppen von Sicherheits-Freiwilligen eingerichtet hätte, zu denen nun eine fünfte Gruppe käme – die Online Police Volunteers aus hauptsächlich jungen Leuten (im wesentlichen nach 1980 Geborene). Diese Gruppe soll 3.000 Mann stark sein und als Online-Augen und -Ohren der Partei fungieren. Diese 3.000 “Volunteer Internet Monitors” sollen die Polizei bei ihrer Zensur- und Überwachungsarbeit helfen und User melden, die “Gerüchte” lancieren. Sie hätten bereits mehr als 15.000 Cyber-Verbrechen aufgedeckt: Betrug, Prostitution, Drogen, Pornografie etc. Vergangenes Jahr hätte die Beijinger Polizei mehr als 200.000 “illegale” Postings gelöscht und mehr als 9.000 Accounts geschlossen.

Solche Freiwilligen-Gruppen sind nichts Neues: LU Wei, heute Chef der Cyberspace Administration of China (CAC), hat 2013 in seiner damaligen Funktion als Chef der Propaganda-Abteilung und Vize-Bürgermeister von Beijing sehr beeindruckende Zahlen genannt: Damals sprach er von 60.000 Propaganda-Arbeitern “innerhalb des Systems” und “zwei Millionen außerhalb des Systems”, die Weibo nutzen, um “heiße Themen” korrekt zu behandeln.

Ganz zu schweigen von den vielen Online-Kommentatoren, die für ein geringes Entgelt (fünf Mao / 50 Cent) die “öffentliche Meinung” beeinflussen, oder den Freiwilligen, die “ihr eigenes Essen mitbringen” 自带干粮的五毛 / 自干五 und die chinesische Regierung gegen alle Angriffe im Netz verteidigen, die auch von der Kommunistischen Jugendliga angeheuert werden sollen (im Rahmen ihres Freiwilligen-Programm, der “Youth Internet Civilization Volunteer Campaign”, an der angeblich 10,5 Millionen Jugendliche teilnehmen, um “positive Energie” im Netz zu verbreiten und “falsche” Kommentare korrigieren).

Dazu kommen noch verschiedenste, auch offline agierende Gruppierungen in Beijing wie die “Älteren Damen aus der Weststadt” 西城大妈, die Chaoyang Residents 朝阳群众 oder die Haidian Internet-Friends 海淀网友, die ebenfalls für Sicherheit sorgen und mit der Polizei zusammenarbeiten und z. B. nach Ausländern Ausschau halten, die evtl. kein Visum haben, oder öffentliche Persönlichkeiten des Drogenkonsums “überführen”.  Die Chaoyang-Gruppe wird inzwischen schon 世界第五大王牌情报组织(World’s Fifth Well-known Intelligence Group) genannt. Diese Gruppen, die unter die selbstorganisierten Kriminalität-Vorbeugungs-Gruppen 群防群治力量 fallen, haben der Polizei in 72 Fällen Terrorismus-bezogene Hinweise geliefert und helfen, die Kriminalitätsrate zu senken.

Quellen:
http://www.rfa.org/english/news/china/volunteers-01142016151959.html
http://yingeli.net/2013/01/beijing-verstarkung-der-kontrolle-des-internet/
http://www.theepochtimes.com/n3/1943757-chinese-internet-users-mock-beijings-new-citizens-censors/
http://globalvoicesonline.org/2015/06/15/local-chinese-authorities-use-internet-slang-ziganwu-in-their-propaganda-recruitment
http://rmrbimg2.people.cn/data/rmrbwap/2016/01/19/cms_1497743197094912.html

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