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Social-Credit-System für chinesische Bürger

Die chinesische Regierung will bis 2020 ein umfassendes „Social Credit System“ implementiert haben, das vier große Bereiche abdeckt: administrative Aktivitäten, kommerzielle Aktivitäten, soziales Verhalten und Justizsystem. Es wird also jeden einzelnen Bürger nach seinem Verhalten beurteilen, von finanzieller Kreditwürdigkeit über Gesetzestreue bis hin zu Online-Verhalten. Jeder chinesische Bürger wird dann neben seiner Identitätskarte auch über einen Social-Credit-Code verfügen – also Überwachung auf individueller Ebene, fein granuliert, bis hin zu Lesegewohnheiten, Hobbies und sozialem Umgang, basierend auf Big-Data-Technologie.


Das Projekt basiert auf der Politik der Social Governance, die die chinesische Regierung mit verschiedensten Mitteln online und offline umsetzt. Das Ziel: die Schaffung eines neuen Bürgers, der die sozialistischen Kernwerte lebt. Schlechtes Ranking kann einen von gewissen Jobs ausschließen, man bekommt u. U. keine Wohnung oder Bankkredit. Geplant ist auch, dass Bürger aktiv zum Rating anderer Bürger oder auch Firmen beitragen.

Eine zentrale Rolle wird dabei den großen IT-Firmen zukommen, die dafür mit der Regierung zusammenarbeiten müssen – die aber bereits jetzt einen großen Anteil der Überwachungsarbeit der Regierung umsetzen und in einem „symbiotischen Verhältnis mit der Regierung“ stehen, so Creemers. Alipay z. B. hat bereits ein System der finanziellen Kreditwürdigkeit implementiert.

„When people’s behavior isn’t bound by their morality, a system must be used to restrict their actions “, meint die chinesische Akademie für Sozialwissenschaften.

Rogier Creemers, belgischer Internetforscher in Oxford, hat den ganzen Text hier übersetzt.

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