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Virtuelle Kinokarten unterstützen unabhängige chinesische Filmemacher

Nachdem die chinesische Regierung 2012 ein unabhängiges Filmfestival nach dem anderen geschlossen hat und auch 2013 nicht von dieser Vorgangsweise abzurücken scheint, lassen sich chinesische Filmemacher, die nun keine Plattformen für ihre Werke und damit auch keine Einkommensquellen haben, etwas Neues einfallen. Am 1. 5. 2013 wird im Internet der von den New York Times in Auftrag gegebene Film “Masanjia Women’s Labor Camp” (小鬼头上的女人) von Du Bin (杜斌) gescreent. Der Film zeigt Interviews mit Frauen, die im Arbeitslager interniert sind.

Die Bloggerin und Menschenrechtsaktivistin  Zeng Jinyan ( 曾金燕,  Frau des Aids- und Umweltrechtsaktivisten Hu Jia) ruft auf ihrem Blog auf, “virtuelle” Kinokarten zu kaufen (eine Karte à RMB 30,00), um der unabhängigen Filmemacherin zu ermöglichen, ihre Arbeit weiterzuführen. Zahlen kann man via Paypal oder Zhifubao. Ziel ist es, 50.000 RMB einzunehmen. Wer eine Karte erworben hat, kann sich eine Zahlungsbestätigung ausdrucken oder diese per Mail an die Organisatoren von Screening-Veranstaltung schicken; sie gilt dann als Eintrittskarte. Die Einnahmen kommen der Regisseurin zugute.

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Dies ist ein Pilotprojekt, mit dem diese Form der Veröffentlichung unabhängiger Filme getestet werden soll und mit dem man erhofft, solchen Filmen eine breitere Öffentlichkeit zu verschaffen. Parallel zum Screening im Netz werden an verschiedenen Orten Gruppen organisiert, die den Film in einem physischen Setting zeigen und Diskussionsveranstaltungen organisieren. Solche Veranstaltungen sind bereits für Taiwan, Hongkong, Beijing sowie Europa und USA geplant.

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