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Beijing: Dancing Water Theatre

Quelle: 时代周报  http://time-weekly.com/story/2012-10-11/127209.html

Am 29. 9. 2012 wurde in Beijing verkündet, dass nahe des Kunstdistricts 798 in Beijing die weltgrößte Wasserbühne Chinas geplant wird – Dancing Water Theater (水舞间) und neben einer Theaterbühne auch Tanzbühne mit Laseranlage, Springbrunnen, Multimedia-Screens, Galerien, ein Kunst-Hotel usw. umfassen. Das Investitionsvolumen soll 50 Milliarden RMB betragen. Die Arbeiten sollen Anfang 2013 beginnen und zwei Jahre dauern. Die Bühne soll eine neue kulturelle Attraktion für Beijing werden. Beauftragt wurde die Hongkonger Firma Melco PBL Group. Designt wird das Projekt von Li Chung Pei gemeinsam mit Michel Crète.

Das Mega-Projekt stößt nicht nur auf Gegenliebe: Viele befürchten, dass ein solches Projekt in einer von Wassermangel bedrohten Stadt wie Beijing den Wasserhaushalt negativ beeinflussen würde. Nachdem auch im Netz die negativen Stimmen überwiegen, hat die Stadtregierung von Beijing am 2. Oktober auf ihrem Weibo verkündet, dass bei diesem Projekt High-tech-Methoden für einen zirkulierenden Wasserkreislauf zum Einsatz kommen werden, wodurch die benötigte Wassermenge gering gehalten werde und den Wasserhaushalt Beijings nicht belaste, eine Meinung, die auch von Wissenschaftlern geteilt wird.

Das Dancing Water Theater wird nach seiner Fertigstellung ein Fassungsvermögen von 35.000 m3 haben, was ca. zehn olympischen Pools entspricht. Nach Statistiken der Stadt Beijing aus dem Jahr 2011 stehen jedem Beijinger 119 m3 Wasser zur Verfügung, das Projekt wird also den Jahresverbrauch von 294 Beijingern verbrauchen. International werden allerdings 1000 m3 als Standardwert angesehen. Eine Gegenmaßnahme ist die Realisierung des seit 1952 diskutierten und mehrmals verschobenen Projekts Süd-Nord-Wassertransferprojekts (南水北调) – ein Mega-Unternehmen, nur vergleichbar mit dem Drei-Schluchten-Damm, bei dem Wasser aus dem Jangtsekiang im Süden über Kanäle von einer Gesamtlänge von ca. 1200 Kilometern in die nordchinesische Ebene geführt wird.

Entscheidend für das Projekt wird sein, ob es gelingt, einen funktionierenden zirkulierenden Wasserkreislauf herzustellen, meint Yao Zhaofeng von der Akademie der Wissenschaften, denn dann könne die “Wasserverschwendung” in Grenzen gehalten werden. Gleichzeitig könnte das Projekt aber das Bewusstsein für den sparsamen Umgang mit Wasser fördern. Andere Wissenschaftler meinen, dass bei einem derartigen Projekt zwar der Wassereinsatz kontrolliert werden könne, aber in einer Stadt wie Beijing, deren Zukunft in hohem Maß von der Verfügbarkeit von hoch qualitativem Wasser abhängt, der sinnvolle Einsatz von Wasserressourcen im Vordergrund stehen müsse und plädieren dafür, dass bei der Wasserbühne nur recycletes Wasser zum Einsatz kommen und die Verwendung von Regenwasser überlegt werden solle, wodurch der Frischwasserverbrauch reduziert werden kann.

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