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Hangzhou Art Fair: Expertenforum

Am 23. und 24. Oktober 2010 fand in Hangzhou als Eröffnungsevent der Hangzhou Art Fair ein Expertenforum zum Thema “Entwicklung des Kunstmartkes in China” statt. Ich wurde über Empfehlung von Wang Boqiao (DAC Beijing) eingeladen, die Geschichte der Ars Electronica unter dem Blickwinkel der Stadtentwicklung zu präsentieren.

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Unter den (ca. 250) Teilnehmern befanden sich neben dem “Papst” der zeitgenössischen Kunst, Li Xianting, Vertreter des Kulturministerium, der Beijinger Cultural Development Foundation, der Hangzhouer Art Fair, Vertreter von Auktionshäusern, Galerien sowie Künstler aus der Gegend.

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Ausgangspunkt der Diskussionen war die unbefriedigende Lage des Kunstmarktes in Hangzhou, wo immerhin die berühmteste Kunstakademie Chinas zu Hause ist und von wo die bekanntesten chinesischen Künstler, die in den 1990er Jahren Karriere gemacht hatten stammen.

Die Wortmeldungen waren z. T. sehr “unorthodox” (hier eine Auswahl aus dem Munde von Ministeriums- und Foundation-Vertretern):

Künstler müssen sensibel sein und “sensible” Werke schaffen (d. h. die die Zensur gar nicht überleben würden).

Künstler dürfen nicht brav sein.

Eine “harmonische” Gesellschaft schadet dem Kunstschaffen.

Künstler müssen verrückt sein, unvernünftig, und die Regierung muss das unterstützen.

Kunst ist “anders”.

Kritisiert wurde der bestimmende Einfluss der westlichen Galerien in China, die zwar neue Perspektiven (auch was Kunst-Management usw. betrifft) eröffnet haben, aber auch die definitorische Macht über den chinesischen Kunstmarkt innehaben. Dass China die Standards des Westens übernommen hat, ohne seine eigenen zu entwickeln, und diese westlichen Kriterien den Mainstream bilden, wird als massives Problem und Versäumnis der chinesischen Institutionen gesehen.

Das Beispiel von Linz, wo sich mit Ars Electronica das Image der Stadt komplett gewandelt hat, wurde als Vorbild für Hangzhou gesehen, wo allerdings die  konkurrierenden Vorstellungen der Akteure ein Hindernis für eine zielgerichtete Aktion bilden.

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