China: Neue Kampagne gegen vulgäre Kultur
Ein neuer moralischer Kreuzzug hat in China begonnen: Nach Berichten in der in Guangzhou erscheinenden Southern Metropolis Daily war ein erstes Zeichen dieser Verschärfung die “Zensur” von äußerst populären Dating-TV-Shows (wo ab sofort vor allem vom Sorgen für die Schwiegermütter in spe und weniger von 200.000 RMB Monatseinkommen des zukünftigen Ehemanns die Rede ist) oder die Kritik an der neuen TV-Serie “Traum der Roten Kammer”.
Am 23. Juli hat der chinesische Präsident Hu Jintao außerdem im Zuge einer “kollektiven Studiensitzung” über die Intensivierung der Reform des Kultursektors betont, dass China den strategischen Wert und die strategische Funktion von Kultur stärker berücksichtigen und unter Bedachtnahme auf die aktuellen Entwicklungen die Reform des Kultursektors vorantreiben und die Entwicklung einer sozalistischen Kultur fördern müsse.
Hu setzte dabei folgende Schwerpunkte:
1. Innovation im Bereich der Reform des Kultursektors.
2. Einrichtung eines öffentlichen Kulturdienstleistungssystems.
3. Beschleunigung der Entwicklung der Kulturindustrie.
4. Klare Leitlinien für die Produktion von Kulturgütern, wobei von den wirklichen Bedürfnissen der Gesellschaft und den Stärken der chinesischen Kulturtradition ausgegangen werden müsse. Dabei sollten signifikante globale kulturelle Errungenschaften einbezogen werden und der Schwerpunkt auf künstlerisch und intellektuell wertvollen Werken liegen, die dem Geschmack der Menschen entsprechen. Die Kulturproduzenten und Kulturinstitutionen sollten sich auf die sozialistischen Kernwerte besinnen und die Vorreiterrolle der sozialistischen fortschrittlichen Kultur stärken und gegen drei vulgäre Tendenzen ankämpfen: gegen vulgäre (庸俗), ungesunde (低俗) und geschmacklose ( 媚俗) kulturelle Inhalte.
Der volle Bericht (Chinesisch) ist auf Metropolis Daily zu finden: http://gcontent.oeeee.com/8/9f/89f03f7d02720160/Blog/71e/4fb94f.html






