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Ai Weiwei: “Watch out! Have you prepared yourself?”

Der Avantgarde-Künstler Ai Weiwei, einer der prominentesten Intellektuellen Chinas, wurde vor kurzem von der Polizei festgenommen, als er als Zeuge beim Prozess gegen Tan Zuoren in Chengdu erscheinen wollte. Diese Verfolgung ist zum Teil auf sein “Names Project” zurückzuführen, eine performative Intervention mit dem Ziel, die Namen der tausenden Kinder zu veröffentlichen und zu erinnern, die am 12. Mail 2008 beim Erdbeben in Sichuan unter den Trümmern ihrer “Tofu-Schulen” gestorben sind, während die benachbarten Regierungsgebäude das Beben unbeschadet überstanden. Der Staat zwang die Eltern der Kinder zum Stillschweigen, weigerte sich, gegen korrupte Regierungsbeamte zu erheben und veröffentiche nie  die Namen der Opfer. Ai Weiweis verbaler Widerstand führte dazu, dass er zensuriert, eingeschüchtert bedroht und letztlich verhaftet wurde.
(Danke Monica Narula und Maya)

Ai Weiwei verbrachte die ersten beiden Jahrzehnte seines Lebens mit seinem Vater, dem revolutionären Dichter Ai Qing, in einem Umerziehungslager für Intellektuelle. Daher ist ihm klar, dass in China niemand, egal, wie “high profile” er auch sein mag, je sicher sein kann. Deswegen hat er sich entschieden, den Staat so weit herauszufordern, wie er kann, und so zu versuchen, einen öffentlichen Raum für einen kritischen Diskurs zu schaffen und für freie Meinungsäußerung und echte Bürger- und Menschenrechte in China einzutreten. Dafür ist er bereit, sich in große Gefahr zu begeben. Sein jüngstes Statement verdient unsere Aufmerksamkeit. Ich hoffe, dass Sie es weiterleiten und mit anderen teilen, die daran glauben, dass kritische Intellektuelle, vor allem in Ländern wie China, wo es nur wenige so mutige Stimmen gibt, unsere Unterstützung verdienen.
(Danke Monica Narula und Maya)

“Watch out! Have you prepared yourself?”
– Ai Weiwei: “I am ready. Or, perhaps I should say that there is nothing to prepare, no way to prepare myself. A person–this is all of me–is something that can be received by others. I offer up all of myself. When the time comes when it is necessary, I will not hesitate, I won’t be ambiguous about it. If there is anything that I am reluctant to leave behind it is the wondrous miracle that life has brought me. And that miracles are that every one of us is the same, that people are equal in this game, as well as the fantasies that come along with playing it, and our freedom. I regard every kind of intimidation, from any kind of ‘authority or power’ [sic - the character is for quanli as in 'rights', but from the context this appears to be a typo, perhaps?], as a threat to human dignity, rationality and reason–a threat to the very possibility of opposition. I will learn to face and confront this.”